Immer mal wieder werden tief schürfende Diskussionen geführt, ob das klas-sische Spielzeug überhaupt noch in unser IT Zeitalter passt.
Die Spielwarenbranche hat 2009 den eindrucksvollen Beweis abgeliefert, mit ihrem Angebot den Zeitgeist zu treffen. Vor allem Kinder, aber auch – und immer weniger heimlich – wir Erwachsene wollen richtig spielen – miteinander....
Und dafür gibt es keinen Ort der Welt und keine Zeit im Jahr, die mehr bietet als jetzt die Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg. Und alle heute verfügbaren Indikatoren vom Messeverlauf stehen für eine weiterhin glänzende Position des klassischen Spielwarenangebotes.
Wegen der bekannten strukturellen Begrenzungen, Rückgang der Geburten, verkürztes Spielealter, steigende Arbeitslosigkeit in 2010 wird sich der Wachstumsschub aus 2009 nicht halten lassen. Aber das fast schon sensati-onell gesteigerte Niveau auf jetzt 2,4 Mrd. Euro in der BRD für klassisches Spielzeug dürfte 2010 nochmals übertroffen werden.
Dabei profitiert das klassische Spielzeug mehr und mehr vom Trend aller Er-ziehungseinrichtungen, Spielen als den geborenen Partner zum Lernen nicht nur zu beschwören, sondern in der Praxis einzusetzen.
Im Unterricht, in Pausen und in der Ganztagesschule ist das Programm „Spielen macht Schule“ präsent und die Internationale Spielwarenmesse weist den „Way to School“.
Dieser Trend beflügelt natürlich in erster Linie die Gesellschaftsspiele. Sie werden 2010 ihren Höhenflug zumindest fortsetzen.
Aber auch bei der Modellbahn hat sich die Stimmung jetzt deutlich aufgehellt. Die zweitstärkste Produktgruppe im klassischen Spielzeug profitiert nun von der nachhaltigen Stabilisierung des Marktführers Märklin. Die Modellbahner, die Spezialisten für Erwachsenenspielzeug sind wieder da, verstärkt mit Einsteiger Angeboten – auch damit die Erwachsenen der nächsten Generation ihrem Hobby treu bleiben.
Am anderen Ende der Altersskala steht die Baby’s World. Hier hat die Inter-nationale Spielwarenmesse mit einem Paukenschlag alle Aussteller zusammen getrommelt. Die Baby’s World ist über alles bedeutend, denn in diesem Alter werden die Weichen für die Entwicklung des Kindes weitestgehend gestellt.
Keine Selbstverständlichkeit war, dass die Anbieter von Kleinkindspielzeug und Babyprodukten sich nicht nur zusammentrommeln lassen haben, sondern auf Anhieb in der Halle 2 froh und munter mittrommeln mit wunderschönen neu gestalteten Ständen.
Mein persönlicher Eindruck: In Nürnberg gibt’s die schönste Baby’s World.
Bei aller positiven Stimmung darf nicht übersehen werden, dass die Branche eine gewaltige Herausforderung zu bewältigen hat: Die Spielzeugsicherheit.
Bei 450 Seiten Spezialregulierungen für Spielzeugsicherheit und über 200 neuen Stoffverboten gemäß der neuen EU-Spielzeugrichtlinie gibt es reich-lich Gelegenheit, Fehler zu machen. In der Sache ist das meist nicht bedeutend, da die Grenzwerte für Spielzeugsicherheit weitestgehend mit einem Sicherheitsfaktor von mindestens 1000 abgesichert sind. Entsprechend groß ist dann die Distanz von einer einzelnen Grenzwertüberschreitung zu „giftigem Spielzeug“.
Natürlich müssen Grenzwertüberschreitungen vermieden werden mit aller Macht und allem Geld. Allein die Fremdprüfkosten bewegen sich mit erschreckender Geschwindigkeit nach oben, bei einigen Herstellern über die 10 Prozent Marke - gemessen am Umsatz - hinaus.
Der DVSI hat deswegen als einziger Verband der Welt ein umfangreiches Sicherheitsprogramm entwickelt. Es zielt nicht nur auf die Sicherheit der Produkte, sondern hat einen Fokus auf den Prozessen, beginnend bei der Produktentwicklung über die gesamte Lieferkette hinweg. Das Ziel ist lückenlose Sicherheit mit dem Anspruch auf Null-Fehler-Qualität.
Am heutigen Tag sorgt die Internationale Spielwarenmesse mit ihrem internationalen Kongress dafür, dass Spielzeugsicherheit weltweit Priorität erfährt.
Nürnberg, 9. Februar 2010
Dr. Volker Schmid
Geschäftsführung/Deutscher Verband der Spielwaren-Industrie e.V.